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Mit einer selbst finanzierten Anlage setzt dieser Unternehmer im Palmetto State auf die Auslagerung von Wäschereidiensten zur Wachstumsförderung
Andy Thorson, geschäftsführender Gesellschafter und Gründer von Carolina Textile Care LLC, hatte bisher eher wenig mit Wäschereidienstleistung für das Gastgewerbe zu tun, bevor er im Dezember 2018 in einer waldreichen Gegend in Early Branch, South Carolina, mit dem Aufbau seines Startup-Unternehmens begann.
Trotzdem ist er überzeugt, dass er in diesem Sektor Erfolg haben kann, denn das Waschen, Trocknen und Finishen von Wäsche unterscheidet sich seiner Ansicht nach nicht allzu sehr von anderen „verarbeitenden“ Gewerben, in denen er bereits tätig war, angefangen von der Montage radioonkologischer Geräte bis hin zur Zementherstellung. „Ich war schon vorher in der verarbeitenden Industrie tätig“ sagt er. „Und das hier (die Wäscherei) ist eine verarbeitende Industrie. Ich war in der Zementindustrie. Das mag verrückt klingen, aber zwischen Wäsche waschen und Zementherstellung gibt es viele Parallelen. Man beginnt mit dem Rohmaterial; die Verarbeitung ist linear. Am Ende hat man ein fertiges Produkt. Das Rohmaterial hier ist die Schmutzwäsche, und auch hier hat man nach der Verarbeitung ein fertiges Produkt.“
Als wir Thorson Ende 2019 besuchten, hatte er gerade seinen ersten Hotelkunden unter Vertrag genommen, ein neues Hotel, das keine hauseigene Wäscherei besaß. Der Vertrag mit einem zweiten war gerade in Arbeit. Thorson benannte außer den anschaulichen Vergleichen drei für ihn wichtige Erfolgsgaranten für Carolina Textile Care. Erstens hat er ein Team von erfahrenen Wäschereiexperten zusammengestellt, die ihm zur Seite stehen. Zweitens bietet die Anlagenkonfiguration in Bezug auf Qualität, Durchsatz und Effizienz genau die Leistung, die Hotelkunden zufrieden stellt und ihm den notwendigen Kapitalertrag sichert. Und drittens hat er die Chancen für die Auslagerung von Wäschereidiensten von Hotels in einem Gebiet ausgelotet, das sich von Charlotte, North Carolina, bis nach Charleston und Jacksonville, Florida, erstreckt. Darüber werden wir später noch sprechen.
Strategische Nische
Thorson hat zur Ausarbeitung seines Businessplans elf selbständige Wäschereien besichtigt, darunter auch die von Disney World in Orlando. Außerdem hat er den Markt für ausgelagerte Wäschereidienste von Hotels im Dreieck North/South Carolina/Georgia/Northeast Florida erkundet. Dabei fand er heraus, dass dieses Gebiet hier zahlreiche Möglichkeiten bietet. Durch die Vielschichtigkeit der potentiellen Gäste verzeichnet das Gebiet einen erheblichen Zuwachs im Gastgewerbe, insbesondere in den Küstenregionen. Zwar schätzt Thorson, dass etwa zwei Drittel der vorhandenen Hotels über hauseigene Wäschereien verfügen, dass aber die Bauträger der meisten neu erstellten Anlagen lieber darauf verzichten wollen. Das schafft Chancen für Carolina Textile Care.
Was die etablierten Hotels angeht, so zitiert Thorson nationale Statistiken, aus denen hervorgeht, dass drei Viertel der gehobenen Hotels in den USA ihre Wäsche in hauseigenen Wäschereien waschen. Sie sind gegen eine Auslagerung, weil sie von der Qualität nicht überzeugt sind, so Thorson. „Hierfür habe ich Belege, denn ich habe ein paar dieser 4- und 5-Sterne-Hotels angerufen, und bei den meisten, wenigstens in der Gegend hier, ist das der Fall“, sagt er zur Nutzung hauseigener Wäschereien.
Durch Kostendruck, Arbeitskräftemangel und weil man sich gezwungen sieht, die hauseigenen Wäschereien zu Wellnessanlagen und anderen Umsatz generierenden Bereichen umzubauen, hat sich jedoch für Thorson die Chance ergeben, in einigen Hotels für eine Auslagerung zu werben. Er bewertet seine Erfolgsaussichten positiv, weil die Konkurrenz zwar stark, aber nicht unüberwindlich ist. Thorson glaubt daran, dass es für einen Nischenunternehmer wie ihn Möglichkeiten gibt, sich zu etablieren und zu wachsen.
Betriebsbesichtigung
Während Thorson seine Strategie für ein allmähliches Hochfahren der Produktion erörterte, schrillt eine Alarmsirene. Der Lärm hörte schnell auf, war aber für ihn der Anlass, die „Probleme und Sorgen bei der Errichtung eines neuen Gebäudes in Zeiten des Baubooms“ zu diskutieren. Nicht alle baulichen Arbeiten waren zum Zeitpunkt unseres Besuchs abgeschlossen. Aber abgesehen von diesen kleinen Restarbeiten war die Anlage beeindruckend. Thorson und sein Team haben diese 2.322 m2 große Anlage in Form eines Hufeisens und für einen U-förmigen Prozessablauf konzipiert. An einem Ende des Hufeisens kommt die Schmutzwäsche an. Am anderen Ende des Hufeisens kommt die saubere Wäsche heraus.
Die Anlage kann bis zu 4.535 Tonnen pro Jahr für Hotelkunden des gehobenen Gastgewerbes verarbeiten. Die Wäscherei liegt in einem ländlichen Gebiet und ist so neu, dass die letzten Arbeiten, beispielsweise die Landschaftsgestaltung im Außenbereich und die Beschilderung, bei unserem Besuch noch nicht abgeschlossen waren. Der Waschraum mit der in China von JENSEN-GROUP hergestellten ALPHA by JENSEN Anlage war schon einsatzbereit. Tatsächlich arbeiten die gesamte Sortieranlage für Schmutzwäsche sowie Hängebahn, Waschraum und Finishingbereich mit Maschinen von JENSEN. Die Entscheidung für JENSEN war laut Thorson nach einer gründlichen Prüfung gefallen. „Es war ein Wettbewerbsverfahren“, sagt Thorson. „Wir haben uns JENSEN und zwei weitere Anbieter angeschaut.“ Für JENSEN habe man sich letztendlich entschieden, weil sie alles Nötige aus einer Hand liefern konnten. Außerdem überzeuge ihn bei JENSEN die Qualität und Effizienz, mit erheblichen Einsparmöglichkeiten bei Energie und Wasser.
Unsere Besichtigung begann im Schmutzwäschebereich, wo wir einen JENSEN Futurail Sortierstand mit acht Trans-Sort-Behältern vorfanden, jeweils ausgestattet mit Videoüberwachung, so dass die Mitarbeitenden sehen konnten, wo die verschiedenen Wäschestücke abgeworfen werden konnten. Von dort fallen die vorsortierten Textilien bei Erreichen eines voreingestellten Gewichts auf ein Transportband, fahren anschließend nach oben zu einem Sack, der über ein Futurail-Hängebahnsystem bis zu einer Speicherzone unter der Decke fährt. Dieser Bereich ist mit einem Sicherheitsnetz ausgestattet, um Mitarbeiter gegen herabfallende Textilien zu schützen. Rail Explorer, ein computerisiertes Trackingsystem von JENSEN, schickt die fertigen Säcke zu einer ALPHA by JENSEN Taktwaschanlage mit zwölf Kammern zu je 60 kg. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs testete ein Mitarbeiter das System vor dem regulären Betriebsstart, der im Dezember 2019 stattfand. David Netusil, Leiter Sales Support und Marketing bei JENSEN USA, bestätigte, dass die Taktwaschanlage und vier 120-kg- Durchgangstrockner das erste ALPHA by JENSEN Durchgangssystem sind, das in einer Anlage in den USA aufgestellt wurde. Zur weiteren Ausrüstung zählten Waschschleudermaschinen der Reihe JENSEN JWE sowie mit gasbeheizte Trockner der Reihe JENSEN JTD.
Ein Video der Anlage im Betrieb kann abgerufen werden unter bit.ly/carolinatxcare.
Im Finishing-Bereich der Anlage sehen wir zwei komplette JENSEN Mangelstraßen und eine Gruppe ALPHA by JENSEN T5 Faltmaschinen für Kleinteile. Die Idee bei dieser neuen Linie ist, eigenständige Versionen von JENSEN Maschinen anzubieten, die zwar über weniger Optionen als die in Europa oder den USA produzierten verfügen, jedoch nach denselben Qualitätsvorgaben arbeiten. Bei den anderen Maschinen, so Netusil, handelt es sich um Standardmaschinen von JENSEN.
Der Vorteil von Hampton County
Wenn man nach draußen tritt, schaut man auf eine offene Landschaft, die Carolina Textile Care vielleicht eines Tages zur Erweiterung seiner Wäscherei nutzen könnte. Auch im Gebäude selbst ist noch Raum für eine zweite Taktwaschanlage und weitere Mangelmaschinen und Finishinganlagen vorhanden, bevor ein Erweiterungsbau nötig wäre. Das ist aber Zukunftsmusik. Im Moment konzentrieren sich Thorson, Highsmith und ihr Team darauf, das Unternehmen zu etablieren und dafür zu sorgen, dass die verschiedenen Systeme so arbeiten, wie sie sollen. Laut Netusil ist Thorson mit der Leistung der Anlage bis jetzt sehr zufrieden.
Thorson schöpft sein Vertrauen in den Erfolg nicht zuletzt aus der Tatsache, dass er eine erfahrene Führungsmannschaft zusammengestellt hat, die sich nicht nur auf Wäschereien versteht, sondern auch die besonderen Anforderungen des Luxus-Gastgewerbes kennt. Highsmith ist als „alter Hase“ seit 30 Jahren in der Wäschereibranche tätig und hat mehrere Wäschereien betrieben. Bei der Konzeption der Anlage hinsichtlich der Maximierung von Effizienz, Sicherheit und Durchsatz hat er eng mit Thorson zusammengearbeitet. Auch der Wäschereileiter, Robert Leamon, sowie der Chefingenieur Donald Ramsumair besitzen langjährige Erfahrung in ihren jeweiligen Aufgabenbereichen. „Robert war mindestens 15 Jahre in einem Luxushotel tätig, die letzten sechs Jahre als Leiter des Housekeeping, davor neun Jahre als Leiter der hoteleigenen Wäscherei: Ramsumair kommt aus Atlanta, wo er Chefingenieur einer viel größeren Anlage war, er ist mit allen Arten von Maschinen vertraut,“ fährt Thorson fort. „Wenn wir Erfolg haben, dann haben wir es in erster Linie dieser Mannschaft zu verdanken.“
Wir bewundern Thorson für seine Chuzpe, mit der er sich für ein selbst finanziertes Startup ohne Erfahrung mit Wäschereien im Gastgewerbe einsetzt. Davon abgesehen hat er seine Erfolgschancen durch Risikomanagement maximiert. Jetzt, nach Gründung des Unternehmens, sehen die Chancen für Verträge für ausgelagerte Wäschereidienstleistungen mit Luxushotels, insbesondere neuen Hotels, vielversprechend aus.
Artikel von Jack Morgan, ursprünglich erschienen im Textile Services Magazin vor COVID-19
Jack Morgan ist leitender Herausgeber von Textile Services. Sie erreichen ihn unter +1 877.770.9274 oder jmorgan@trsa.org
Man entschied sich für JENSEN, weil hier alles Notwendige aus einer Hand geliefert werden konnte. Man schätzte auch die Qualität und Effizienz, mit erheblichen Einsparungen bei Energie und Wasser. Foto mit freundlicher Genehmigung von TRSA.
(l/r) John Stokes, JENSEN USA Sales; Andy Thorson, geschäftsführender Gesellschafter/Gründer; und John Highsmith, Einsatzleiter, stehen vor einem ALPHA by JENSEN TW5 Tunnelwascher.